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Warnung vor Gratis-Immobilienbewertungen

Januar 3, 2021

The Story

 Warnung vor „GRATIS-IMMOBILIENBEWERTUNGEN“

 Immer mehr wird im Netz so oder so ähnlich geworben: "Bewerten Sie kostenlos Ihre Immobilie“. “Jetzt den Verkaufspreis für Ihre Immobilie ermitteln. Kostenlos & unverbindlich“. "Immobilienbewertung kostenlos“….

Als geprüfter freier Sachverständiger für Immobilienbewertung (WertCert®) und Mitglied im Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V. kann ich nur dringend empfehlen, keine wirtschaftlichen Entscheidungen nur auf der Grundlage unzureichender Informationen einer Online- oder Gratis- Bewertung zu treffen, ohne sich zuvor von der Ausbildung des Maklers/Sachverständigen zu überzeugen. Ohne einen Sachkunde- oder Qualitätsnachweis sind Immobilienbewertungen juristisch nicht haltbar. Ist die Bewertung falsch, kann das fatale Folgen für Sie und andere haben. In vielen Fällen schließen freie Anbieter kostenfreier Bewertungen ihre Haftung gänzlich aus. Das heißt, Sie als Verbraucher stehen alleine da und tragen die Folgen des wirtschaftlichen Schadens selbst.

Es wird von den Anbietern zwar überzeugend vermittelt, dass fundierte Expertise für ein Gutachten vorliegen, basierend auf Marktbeobachtungen offizieller Institutionen und verifizierten Daten abgeschlossener Kaufverträge. Dem ist aber in den meisten Fällen nicht so. In den meisten Fällen wird der angebliche Immobilienwert aufgrund weniger Daten (Adresse, Gebäudeart, Grundstücksgröße, Wohnfläche, Zimmeranzahl) durch ein Algorithmus-Schema einer App ermittelt. Vor allem wird Ihre Immobilie aber nicht wie üblich nach dem in § 194 Baugesetzbuch vorgeschriebenen Verkehrswert oder Marktwert ermittelt! Bei Bezeichnungen einer Immobilienbewertung, die da z.B. lauten können: „Marktwertanalyse“,  „Zeitwert“ oder „Hauswert“, ist Vorsicht! geboten.  

Natürlich biete ich als Immobilienmakler auch ein Tool für die Gratis-Bewertung auf meiner Homepage an, aber dieses soll auch wirklich nur einen ersten groben Eindruck vermitteln. Bei mir kommt der interessierte Immobilienverkäufer aber nicht um eine professionelle Immobilienbewertung herum und erhält einen - nach den gesetzlichen Bestimmungen - entsprechenden Verkehrswert- oder Marktwert seiner Immobilie. Als Gutachter habe ich mich verpflichtet, weisungsfrei und objektiv zu handeln und übernehme dabei die volle Haftung für meine Arbeit.

Fazit: Natürlich geht es uns Maklern in erster Linie darum, einen qualifizierten Verkaufsauftrag zu generieren.  Aber bitte nicht um jeden Preis! Denn, wer hoch pokern will kann tief fallen.

Quelle:

Torsten Vogt 
ImmoVogt® UG (haftungsbeschränkt)
Geschäftsführer 

Die hier enthaltenen Informationen sind unverbindliche Auskünfte (Irrtum vorbehalten)

Bilder:
"Baugutachten" by Tim Reckmann | a59.de is licensed under CC BY 2.0

 "Haus im Fokus einer Lupe" Fotolia_60651496_M



Hier meine persönliche 15 Punkte-Checkliste für eine seriöse Immobilienbewertung:



  1. Ist der Sachverständige öffentlich bestellt und vereidigt, oder freier Sachverständiger mit Verbandszugehörigkeit; für das Fachgebiet der Immobilienbewertung?
  2. Hat der Sachverständige das Grundstück oder die Eigentumswohnung persönlich besichtigt?
  3. Liegt das Gutachten in Schriftform vor?
  4. Wurde ein Wertermittlungsstichtag angegeben?
  5. Ist die Auswahl des oder der Wertermittlungsverfahren mit ausführlicher Begründung dargestellt?

  6. Werden die Grundlagen der Wertermittlung (Erklärung der benutzten Begriffe, Rechtsgrundlagen, Darstellung der Wertermittlungsverfahren) erläutert?
  7. Sind die Gebäudeart, die Standardstufe und die entsprechend angepassten Herstellungskosten beim Sachwertverfahren nachvollziehbar und korrekt dargestellt z.B. nach der Sachwertrichtlinie?
  8. Werden alle Vergleichsfälle mit ihren wertrelevanten Angaben (wie Datum, Flächen, Kaufpreis, Lage) genannt? Sind die Quellen der Vergleichsfälle eindeutig genannt?
  9. Sind die marktüblichen Daten für Erträge und Kosten nachgewiesen und nachprüfbar dargestellt? Werden z.B. Vergleichsmieten und deren Quellen einzeln dargestellt?
  10. Ist der Liegenschaftszinssatz nachvollziehbar und begründet (vollständige Angaben mit Begründungen, Fundstelle und Modellparameter)? Gelten diese Liegenschaftszinssätze am Wertermittlungsstichtag und wurden für die Region des Wertermittlungsobjektes ermittelt und veröffentlicht?
  11. Sind Vergleichswerte durch statistische Prüfverfahren (mindestens Mittelwert, Standardabweichung, Variationskoeffizient) auf Brauchbarkeit überprüft? Werden die Berechnungen nachvollziehbar dargestellt?
  12. Ist eine nachvollziehbare Ableitung der genutzten Daten und Parameter, insbesondere der Marktanpassungsfaktoren (Sachwertfaktoren beim Sachwertverfahren und Liegenschaftszinssätze beim Ertragswertverfahren) zur Wertermittlung mit nachprüfbaren Quellenangaben und eingehenden Begründungen vorhanden?
  13. Ist das Gutachten unterschrieben und mit einem Stempel der jeweiligen Kammer, Verband, oder dem Zertifizierungssymbol der Zertifizierungsgesellschaft versehen?
  14. Ist das Gutachten so gebunden, dass einzelne Seiten nicht entfernt oder ausgetauscht werden können?
  15. Sind die Seiten fortlaufend nummeriert und mit einer Gutachterkennung versehen?

    Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie am besten gleich einen geprüften qualifizierter, oder öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. 




    Beste Grüße
    Torsten Vogt